Aquarellmalen: Welches ist das richtige Papier für mich?

Titel Aquarellpapier

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gelungenes Aquarellbild ist eigentlich eine ganz einfache Sache: das Malen auf Aquarellpapier. Und einige der am häufigsten gestellten Fragen dazu in den Malkursen, welche ich bis zum Frühjahr gegeben habe, lauteten in etwa so:

„Braucht man wirklich Aquarellpapier?“
„Welches ist das Richtige?“
„Wo genau liegt da der Unterschied?“
„Und woran erkenne ich das?“

Meine Antworten darauf ganz kurz und knapp: Ja. Kommt darauf an. Hauptsächlich an der Oberfläche. Steht drauf.

Willst du lieber ein paar längere Antworten darauf haben? Gerne. Ohne es unnötig kompliziert zu machen, versuche ich dir die Unterschiede zu erklären, welche Papiere es gibt und welche Vorteile sie mit sich bringen. Du wirst sehen, es ist gar nicht so kompliziert. Und es ist vom Vorteil für dich, wenn du dich grob auskennst und weißt, welches das richtige Papier für dich ist. Denn davon hängt schließlich dein Ergebnis ab. 

Brauche ich wirklich Aquarellpapier?

Ganz klare Antwort: Wenn du mit Aquarellfarben malen willst: JA!

Vielleicht hast du am Anfang folgendes gemacht: Du wolltest deine neuen Farben ausprobieren, hattest aber kein Aquarellpapier zu Hause. Dann hast du in den Drucker gegriffen und einfach darauf gemalt.

Nunja, geht schon irgendwie. Aber richtig schön wird’s nicht. Und zwar aus folgenden Gründen:

  • Druckerpapier ist viel zu dünn. Es weicht schnell auf und wellt sich. Es saugt Wasser und Farben zu schnell auf und somit kannst du das Potenzial von Aquarellfarben gar nicht wirklich ausschöpfen.
  • Aquarellpapier hingegen ist recht kräftig. Es kann viel Wasser und Farben aufnehmen. Auch saugt es nicht sofort die Farben auf. Dadurch stehen sie länger auf dem Papier und haben Zeit zu verlaufen und sich zu vermischen, sodass der typische Watercolor Look entsteht.

Ich weiß natürlich, dass Druckerpapier viel günstiger ist. Der Preis von Blöcken mit Aquarellpapier hingegen zuweilen abschrecken kann. Aber probiere es einmal aus! Der Unterschied ist riesig. Und du wirst dich wundern wie anders es sich plötzlich malt und wie viel schöner deine Bilder werden. (Auch das haben Kursteilnehmerinnen mehrfach im Malkurs festgestellt.)

Jetzt aber mal zum etwas komplizierteren Teil. Es gibt nämlich nicht nur eine Art Aquarellpapier. Es gibt viele verschiedenen. Auf den Blöcken stehen dann Worte wie ‚heiß gepresst‘, ‚matt‘ oder ‚Torchon‘. „Bitte was?“, denkst du dann wahrscheinlich leicht irritiert und packst dir den nächstbesten Block in den Einkaufskorb.
Vielleicht hast du Glück und es macht dir Spaß auf ihm zu malen. Vielleicht aber kannst du vor lauter Unebenheiten auf der Oberfläche keine gerade Linie ziehen, ärgerst dich und möchtest am liebsten die Flinte ins Korn bzw. dein Malzeug in die Ecke werfen.

Aber so weit muss es ja gar nicht kommen! Lass mich dir in aller Kürze die gängigsten Begriffe, die dir auf den Blöcken begegnen werden, erklären:

Folgende vier Typen von Aquarellpapier gibt es:

Texturen von Aquarellpapier

Glatt

Aquarellpapier glatt

auch: satiniert, heiß gepresst

Dieses Papier hat eine richtig glatte Oberfläche. Diese ist durch das heiße Pressen „versiegelten“, weshalb das Papier Wasser und Farben langsamer aufnehmen kann.

Wofür ist es gut? Gut für sehr feine Details und filigrane Arbeiten wie z.B. kleine Bilder, Buchstaben, zarte Pflanzen. Auch geeignet, wenn man mit wasservermalbaren Pinselstiften wie z. B. die von Tombow arbeiten möchte.

Matt

Aquarellpapier matt

auch: kalt gepresst

Die Oberfläche des Papiers ist leicht unregelmäßig. Sie nimmt Wasser relativ schnell auf.

Wofür ist es gut? Dieses Papier eignet sich für Details aber auch die Nass-in-nass-Maltechnik. Sehr vielseitig verwendbar und daher eine prima Wahl für Malanfänger.

Rau

So wird Papier mit unregelmäßiger, körniger Oberfläche bezeichnet. Die Struktur verstärkt sich beim Malen.
Entweder, weil sich flüssige Farbe in die Vertiefungen absetzt und dort dunkler wirkt. Oder weil Farbe relativ trocken aufgetragen wird, sodass sie manche Vertiefungen nicht erreicht und helle Flecken stehen bleiben.

Wofür ist es gut? Das unregelmäßige Auftragen der Farben und die ausgefransten Konturen sehen vor allem bei Landschaftsmalerei sehr schön aus. Feine Details wie Gräser, Zweige, Haare etc. hingegen lassen sich nur schwer malen.

Torchon

Aquarell Torchon

Diese Papiere haben eine sehr grobe Oberflächenstruktur. Es kann sehr gut Wasser aufnehmen, die Farben jedoch trocknen nicht gleichmäßig auf.

Wofür ist es gut? Das Papier eignet sich gut für Landschaften mit wenigen Details oder abstrakte Bilder.

Vergleich: Pinselstrich auf glattem und rauem Papier

So weit zu diesem Thema. Und was solltest du noch beachten beim Papierkauf?

Welche ist die richtige Stärke des Papiers?

Entscheidend für den Spaß am Malen ist, dass sich das Papier nicht wellt. Sonst setzt sich die Farbe in den Tälern ab und trocknet nicht gleichmäßig auf. Auch lässt es sich – natürlich – nicht so leicht auf einem hügeligen Papier malen.

Deshalb solltest du Papier wählen, welches eine Stärke von mindestens 250 g/m² hat. Folgende Faustregel gilt: je nasser du malen möchtest, desto stärker sollte dein Papier sein.

Und woran erkennst du die Stärke des Papiers? Diese Information findest du, wie auch die Angabe zur Art des Papiers, auf alle Blöcke aufgedruckt.

Welchen Block benutze ich?

Ich habe mehrere Blöcke in meinem Malkasten liegen. Ich benutze aber meistens zwei:

  • Mein Papier für jeden Tag ist der Block von idee creativmarkt (hier). Der ist schön matt und einfach ein Allround-Talent. Ich kann darauf sowohl kleine Bildchen malen oder große flächige. Das Vorzeichnen ist kein Problem und ein nachträgliches Hinzufügen von Details durch Farbstifte klappt auch ganz easy.
  • Für meine Buchillustrationen hingegen nutze ich hochwertigeres Papier von Arches (hier). Am liebsten das satinierte, denn die glatte Oberfläche erleichtert mir das Einscannen.
                   

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Hast du jetzt noch Fragen zur Wahl des passenden Aquarellpapiers? Ist etwas unklar geblieben? Dann schreibe mir gerne in die Kommentare oder eine E-Mail. Viel Spaß beim Malen!

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