Alcohol Inks – Material und Techniken

Alcohol Inks

Manchmal ist es einfach an der Zeit, mal wieder etwas Neues auszuprobieren. Das ist im Leben genauso wie in der Kunst. Wie gut, dass es auch im kreativen Gestalten immer wieder neue Ideen und Trends gibt und man dadurch neues Material entdecken und neue Techniken ausprobieren kann.

Eine Neuheit, die endlich aus den USA zu uns nach Deutschland rübergeschwappt ist, sind Alcohol Inks. Nach langem Warten findet man sie jetzt endlich auch bei uns in Hobby- und Künstlermärkten.

Alcohol Inks

Hast du schon mal davon gehört? Wenn ja, dann wirst du wahrscheinlich bereits jetzt schon ganz fasziniert von ihnen sein. Und falls du sie noch nicht kennst, dann lies diesen Blogbeitrag und/oder schau in mein Video. Ich wette, hinterher wird es auch dir in den Fingerspitzen jucken und dich die Neugier gepackt haben.

Wovon genau ich gerade rede? Von Alcohol Inks. Das sind, wie der Name schon verrät, Tinten auf Alkoholbasis. Ihre Verarbeitung unterscheidet sich von anderen Techniken und führt immer wieder zu verblüffenden Ergebnissen. Das Gute: Die Handhabung ist kinderleicht. Du brauchst kein künstlerisches Talent, kein malerisches Können. Es reicht völlig aus, wenn du Freude und Spaß am Gestalten mit Farben hast.

Nun verrate ich dir aber erstmal, was du zum Arbeiten mit diesen Tinten brauchst.

Welches Material brauchst du?

Alcohol Inks:

Diese Tinten sind hoch pigmentierte Farben und daher sehr intensiv und ergiebig. Sie sind pur oder verdünnt anwendbar und zudem untereinander mischbar. Sie werden in kleinen Flaschen angeboten. Diese haben eine winzige Öffnung, sodass du die Farbe tropfenweise dosieren kannst.

Einmal aufgetragen, trocknen sie sehr schnell. Aber – und das macht sie so besonders – sind aber auch wieder anlösbar. Oder in der Fachsprache: sie lassen sich reaktivieren. Tropfst du zum Beispiel frische Tinte in eine Fläche mit bereits getrockneter, wird die frische die trockne nicht überlagern. Sie löst sie an und verdrängt diese.

alcohol inks

Es gibt zahlreiche Farbtöne und Effektfarben (z. B. Metallictöne, Diamant, Neonfarben). Die gängigsten Anbieter sind Octopus, Jacquard Piñata und Marabu.

Was du noch wissen solltest: Alcohol Inks sind nicht lichtecht. Möchtest du dein fertiges Bild gerne an die Wand hängen, dann solltest du es besser vorher mit einem UV-Schutz versiegeln (z. B. mit dem Universal Firnis von Schmincke), damit sich seine Farben im Sonnenlicht nicht verändern.

Alcohol Inks

Extender / Blending Solution:

Diese Lösung ist kein Muss, macht aber den ganzen Gestaltungsprozess vielseitiger und spannender. Es handelt sich dabei um hochprozentigen Alkohol (Isopropyl und etwas Glycerin). Extender setzt du ein, um deine Tinten zu Verdünnen. Das macht sie – je nach Menge – transparenter und hilft dabei, dass sie sich besser verteilen und verlaufen.

Eine solche kleine Flasche Extender ist leider recht schnell aufgebraucht. Eine gute Alternative dazu ist Isopropanol. Das findest du z. B. im Baumarkt. Es hat den Vorteil, dass du es in großen Mengen für relativ wenig Geld erwerben kannst, es aber ähnlich gut funktioniert.

Papier:

Als Malgrund dient YUPO Papier. Das ist eigentlich gar kein Papier im herkömmlichen Sinn, denn es ist aus Synthetikmaterial gefertigt und daher wasserabweisend. Es hat eine wunderbare glatte Oberfläche, welche die Farben nicht aufsaugt. Vielmehr verteilen sie sich in einer dünnen Schicht auf dem Papier.

Falls du genug hast vom Malen auf Ppaier, so kannst du noch eine ganze Menge anderer Materialien als Untergrund nutzen: z. B. Folien, Keramik, Glas. Da gibt es unzähliche Möglihkeiten. Einzige Vorraussetzung: Der Untergrund muss staub- und fettfrei sein und darf nicht saugend sein.

Weiteres:

Um die Eigenschaften der Alkohol Tinten völlig auszukosten, empfiehlt sich der Einsatz eines Föhns. Ideal wäre der Einsatz eines Airbrush-Geräts. Aber das haben wohl die wenigsten. Aber ein normaler Haartrockner funktioniert auch! Du musst ihn allerdings auf die kälteste Stufe einstellen. Denn so trocknet die Farbe nicht ganz so schnell und hat mehr Zeit zu verlaufen.

Mein Tipp: Manchmal sieht man in Videos, wie ein Strohhalm benutzt wird, um die Farben zu verpusten. Und auch ich habe das anfangs so gemacht. Aber glaub mir, das ist keine besonders gute Idee. Denn der kondensierte Atem verteilt sich dabei unbeabsichtigt in kleinen Tropfen auf deinem Bild und das ergibt unschöne Stellen.

Was musst du sonst noch beachten?

1. Das Lösungsmittel in Alcohol Inks ist Alkohol. Und dieser verdampft beim Verarbeiten. Soll heißen: Du bist die ganze Zeit Alkoholdämpfen ausgesetzt. Nicht so schlimm, dass du davon high wirst. Aber gesund ist es auf Dauer nicht. Deshalb arbeite in einem gut gelüfteten Raum bzw. bei offenem Fenster.

2. Die Farben können mittels Alkohol von glatten Gegenständen entfernt werden. Jedoch nicht von deiner Haut. Wenn du also keinen Wert darauf legst, ein paar Tage mit farbigen Fingern zu leben, dann solltest du lieber mit wasserfesten Handschuhen an den Händen arbeiten.

Nun kommen wir zum Eigentlichen: dem „Malen“ mit Alcohol Inks. Dafür stelle ich dir drei grundlegende Techniken vor.

Drei Techniken für Alcohol Inks

Alle drei Techniken habe ich für dichb in einem Video zusammen gefasst. Dieses kannst du am Ende des Posts anschauen.


Drops Technik

Bei dieser Technik tropfst du die Farben direkt auf das Papier. Starte mit einem Farbton. Gib ein paar Tropfen mit etwas Abstand dazwischen auf dein Papier. Du wirst feststellen, dass sich diese in alle Richtungen ausbreiten und eventuell sogar verbinden.

Nun tropfe weitere Farben zwischen die bereits vorhandenen oder direkt hinein. Probiere aus, wie jeder Tropfen die vorhandene Farbe verdrängt und sich dein Bild ständig weiterentwickelt.

Alcohol Inks Drops


Tropfen + Extender

Für diese Technik beginnst du genau wie bei der ersten. Lass jedoch etwas Raum zwischen den Farben. Wenn du zwei, drei unterschiedliche Farben auf das Papier getropft hast, nimm den Extender und füge ihn tropfenweise hinzu. Dabei kannst du ihn sowohl zwischen die einzelnen Farben oder direkt hinein hineingeben.

Auch er verdrängt die vorhandene Farbe, löst sie aber teilweise auch an und sorgt so für helle Stellen mit zarten Einfärbungen. Es entstehen amorphe, zellenartige Strukturen.

Alcohol Ink Extender


Whispy

Bei dieser Technik kommt dein Föhn zum Einsatz. Es gibt zwei Möglichkeiten zu beginnen: entweder du tropfst erst Farbe auf das Papier und fügst dann eine vielfache Menge an Extender dazu. Oder du gibst eine kleine Pfütze aus Extenderflüssigkeit auf das Papier und fügst etwas Farbe hinzu.

Auf jeden Fall solltest du nun flink zu deinem Föhn greifen. Lass ihn direkt in deine Farbpfütze blasen – erst von einer Richtung in die andere und gleich darauf wieder zurück. (Achtung: Papier festhalten!) Und das ganze wiederholen, bis die Farbe vollends trocken ist. Je nachdem wie schnell du die Farbe von einer zur anderen Seite treibst, entstehen Konturen aber auch ganz zarte Verläufe.


Nun kennst du dich mit den wichtigsten Techniken aus. Selbstverständlich kannst du diese auch kombinieren und dadurch viele einzigartige Kunstwerke erschaffen. Und falls dir das Abstrakte zu langweilig ist, so kannst du dein Bild als farbigen Hintergrund nutzen und mit einem Pigment Liner Motive hineinzeichnen oder durch Hand Lettering ergänzen. Lass einfach deiner Fantasie freien Lauf.

Mein vollständiges Video kannst du hier anschauen:


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