Ein paar Worte über Farbkontraste. Jedes Bild braucht sie, es lebt von ihnen und wird durch sie interessanter. Aber achtest du bewusst darauf, beim Malen Kontraste zu verwenden? Ich auch nicht. Oder besser gesagt, meistens nicht. Zum Glück sind unsere Augen so geschult, dass sie Kontraste sehen, mögen und nutzen, sie aber nicht gezielt auswerten. Und doch lohnt es sich, beim Malen mal kurz innezuhalten und zu überprüfen, ob man welche verwendet. Denn ohne sie kann ein Bild schnell langweilig und platt wirken.
Wozu braucht ein Bild Farbkontraste? Ich würde sagen, sie sind wie das Salz in der Suppe. Ohne sie ist alles fad. Malen lebt vom Einsatz von Farben. Sie wirken jedoch nicht jede für sich, sondern alle zusammen. Dabei beeinflussen sich Farben gegenseitig – und uns. Sie haben Einfluss auf unsere Gefühle und entscheiden, wie wir etwas empfinden: harmonisch, bedrückend, fröhlich, erregend, langweilig, …
Es lohnt sich also, wenn du ein bisschen darauf achtest, die Kraft von Farben nicht zu verschenken.
Farbkontraste
Komplementär-Kontrast
Bei diesem Kontrast nutzte man die sich gegenseitig verstärkende Wirkung von Farben. Je weiter Farben auf dem Farbkreis voneinander entfernt liegen, desto intensiver scheinen sie, wenn man sie nebeneinander malt, zu sein. Die Farben Orange und Blau ergeben eine solche Kombination. Aber auch Rot und Grün bzw. Gelb und Violett.

Bestimmt ist dir das schon aufgefallen: Gelb z. B. wirkt am kräftigsten, wenn es neben Violett steht. Nutzt man Farben, die auf dem Farbkreis nebeneinander liegen, dann entsteht ein überwiegend monochromes Bild. Gelb neben Orange leuchtet nicht mehr, es wirkt ruhig und harmonisch.

Hell-Dunkel-Kontrast
Dieser Kontrast entsteht durch den Unterschied der Helligkeit von Farben. Er macht ein Bild spannender und gibt Objekten Plastizität und Räumen Tiefe. Ein heller Gegenstand vor einem dunklen Hintergrund wirkt besonders auffällig und hervorgehoben.

Am größten ist dieser Kontrast bei den unbunten Farben Schwarz und Weiß. Aber er lässt sich auch durch unterschiedliche Tonwerte der Farben erzielen. Stellt man das Motiv in Graustufen dar, so erkennt man besser, welche Farbtöne hell und welche dunkel wirken.
Das Gelborange der Margeriten und das Blau der Vase haben z. B. in diesem Bild fast den gleichen Tonwert, obwohl man intuitiv meinen würde, dass Gelb natürlich heller sei.

Warm-Kalt-Kontrast
Bei den meisten Farbtönen spüren wir sehr schnell, ob sie zu den kalt oder warm sind. Zu den warmen zählen Rot, Orange, Gelb, zu den kühlen Blau, Grün, Violett. Aber es gibt auch Mischtöne, bei denen die Zuordnung schwerer fällt. Aber in der Regel ist für uns Menschen die ‚Temperatur‘ klar erkennbar. (Wobei es interessant zu wissen wäre, ob dieses Erkennen erlernt oder bereits in unseren Genen verankert ist.)
Der Warm-Kalt-Kontrast kann unterschiedliche Wirkungen haben: schattig – sonnig oder, in Landschaftsmalerei, fern – nah (Je weiter entfernt etwas ist, desto kühler/blauer erscheint es in der Natur).

Es gibt noch weitere Kontraste in der Kunsttheorie, wie z. B. der Qualitäts– oder Quantitätskontrast. Ich habe mich jetzt auf die oben genannten beschränkt, weil sie mir beim Betrachten des fertigen Bildes mit dem Margeritenstrauß aufgefallen sind. Möchtest du mehr über Farbkontraste lernen? Dann schau dir den ausführlichen Wikipedia-Eintrag zu diesem Thema an.
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Kontraste beim Malen Titelbild 

